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Friesland in Flammen – Biikebrennen: Walfang, Geister & Strandromantik

Auch wenn dieses Jahr vieles anders ist: am 21. Februar ist eigentlich „Biike“! Wer dann in Nordfriesland unterwegs ist und nicht aus der Gegend kommt oder wem die gegenwärtigen Bräuche und Traditionen unbekannt sind, wird sich wundern: Überall, vor allem an den Küsten & Stränden brennen Holzhaufen, Flammen und Qualm steigen meterhoch auf. Ein zu früh angezündetes Osterfeuer? Rückfall in die Zeit der Scheiterhaufen? Unangemeldetes Verbrennen von Tannenbäumen? Nein, denn am 21. Februar findet traditionell das Biikebrennen statt!

Biike-was? Biike ist friesisch und bedeutet auf Hochdeutsch Bake. Was das ursprüngliche Brennmaterial erklärt: im Mittelalter verwendeten die Menschen für die Feuer Holzbaken. Vertrieben werden sollten (Winter)Geister, geschützt werden sollte die frische Saat. Entlang des Strandes am Festland und den nordfriesischen Inseln brannten die Baken außerdem, um den ausziehenden Walfängern Navigationshilfe zu leisten. Die durften aufgrund einer Entscheidung der Hansestädte erst am 21. Februar mit dem Walfang beginnen, und wurden mit dieser Navigationshilfe auch feierlich für ihre oftmals langen Reisen verabschiedet. Nicht ohne Hintergedanken der Frauen auf den Inseln, die mit dem Feuer laut einer Sylter Legende auch den Männern auf dem dänischen Festland signalisierten, dass die Walfänger ausgelaufen sind und nun Hilfe auf dem Hof und bei gewissen anderen Dingen benötigt wird.

Was hat das Biikebrennen mit der Kirche zu tun? Das Feuer beim Biikebrennen lodert in Nordfriesland immer am 21. Februar, da ist nicht dran zu rütteln. Doch was hat das mit der Kirche zu tun? Das Fest findet traditionell am Vorabend des Petri Stuhlfeier statt, der Kathedra Petri. Ein römisch-katholischer Feiertag. Und der Glaube und die Nordfriesen – das passt bekannterweise nicht immer zusammen. Um dem ganzen noch eine besondere Prise von Beinahe-Blasphemie zu verleihen, werden traditionell Strohpuppen in dem Feuer verbrannt. Sie sollen der Legende nach den Papst symbolisieren, und damit die Ablehnung des christlichen Glaubens.

Was brennt da alles? Da sind dem (Ost)Friesen kaum Grenzen gesetzt, und die typisch-pragmatische Vorgehensweise wird auch hier deutlich. Die Baken wurden nach und nach abgelöst von den Weihnachtsbäumen der vergangenen Weihnachtszeit. Die brennen wie Zunder.

Was kommt noch dazu? Neben dem Feuer wird oftmals ein buntes Rahmenprogramm geboten: Theater und Musik, Grünkohlessen und heiße, alkoholhalitge Getränke trinken. Das Biikebrennen ist (normalerweis) ein Volksfest, man trifft sich, redet, genießt die Zeit. Zeit zum entspannen. Bei vielen Festen verlesen Kinder Gedichte mit nordfriesischem Dialekt, auf Sylt endet die Ansprache traditionell mit dem Ausspruch: „Maaki di biiki ön!“ – Macht die Biike an! Es gibt unzählige kleiner oder großer, gut besuchter oder leerer, mit Rahmenprogramm gespickter oder puristischer Biikebrennen in ganz Nordfriesland – Hoffen wir auf ein richtiges und großes gemeinsames Biikebrennen in 2022!

Verbrennt Euch nicht!

Jan & BeSeaside

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