Kommt sie oder kommt sie nicht? – Flaschenpost for you!

Flaschenpost(SeasideStories)„Es ist wahr: ich werde nicht leicht Gelegenheit finden, es der Welt bekannt zu geben, ich will aber den Versuch nicht unterlassen. Ich werde das Manuskript im letzten Augenblick in eine Flasche schließen und sie ins Meer werfen.“ Wer hier voller Verzweiflung plant, seine Erinnerungen von einer Seereise, die unweigerlich mit dem Versinken des Schiffes endet, in einer Flaschenpost mitzuteilen, das wissen wir nicht. Schriftsteller Edgar Allan Poe hat der Kunstfigur keinen Namen gegeben. Was wir aber wissen: Die Flaschenpost ist wie in der Kurzgeschichte „Das Manuskript in der Flasche“ über viele Jahre ein wichtiger Kommunikationsweg gewesen.
Doch wie sollte man Menschen mit der unsteuerbaren Kraft des Meeres erreichen? Was hat die Flaschenpost in der Forschung verloren? Und wie lange kann eine Flasche eigentlich im Meer treiben, bis sie gefunden wird?

Das Prinzip der Hoffnung. Gerieten Seeleute in Not, ist die Hoffnung auf das Überleben schneller gesunken als das Schiff. In solchen Fällen, in der eine Kommunikation via Funk noch eine reine Illusion war, lag die letzte Illusion auf Rettung oftmals in der zerbrechlichen Schutzhülle einer Glasflasche. Die Post, die auf dem Seeweg ein Rettungsersuch stellte, musste sich ihren Weg bis an den nächsten Strand bahnen, und dort von aufmerksamen Bewohnern entdeckt zu werden. Die Finder waren verpflichtet, die Fundstücke in der lokalen Behörde abzugeben, von wo aus das zuständige Konsulat benachrichtigt wurde. In heutiger Zeit ist ein solcher Rettungsweg nicht erdenklich, und die Chancen auf ein Überleben nach der Absendung einer Flaschenpost ist milde gesagt auch eher ein sinkendes Schiff als ein strahlender Kahn. Doch es gab ja auch noch weitere Verwendungszwecke. Bei langen Schiffsreisen warfen vor allem Auswanderer Flaschen mit Briefen für die Zurückgebliebenen und Porto für die Zustellung der Post ins Meer. Finder sollten die Nachrichten dann an die genannten Personen weiterschicken. Heute wird die Flaschenpost vor allem aus Neugierde verwendet: Kurze Briefe fordern den Finder auf, dem Absender eine Rückmeldung zu geben. Auch beliebt ist diese Methode bei Briefmarkensammlern, die sich über die Antworten aus aller Welt freuen.

Flaschen in der Forschung. Ein böser Titel – doch ich meine natürlich keine bauernschlauen Wissenschaftler, sondern den Einsatz der Flaschenpost im Prozess, das Meer zu verstehen. Forscher notierten die genaue geographische Position und das Datum, an dem sie die Flaschenpost dem Meer übergaben. Der Finder wurde aufgefordert, das Funddatum und den Fundort an die zuständige Behörde zu übermitteln. So konnte die Richtung und Geschwindigkeit der Meeresströme errechnet werden, wovon die Seefahrt sicherer und besser planbar wurde.

Wann kommt sie denn an? Das kann man nicht sagen. Manche Nachrichten bleiben für immer verschollen, manche erreichen ihre Ziele nach langer Zeit oder ungewöhnlicher Reise. Die älteste Flaschenpost fand im März 2014 ein Fischer aus Schleswig-Holstein in der Kieler Förde. Auf der dänischen Postkarte vom Mai 1913, die in einer Bierflasche versendet wurde, sind zwei Briefmarken aus dem deutschen Kaiserreich beigefügt worden. Ebenfalls ein kurioser Fund gelang 2012 an der Küste der Shetlandinseln nördlich von Schottland. Die Flasche wurde im Jahr 1914 von Forschern an das Meer übergeben, um mithilfe des Finders die Meeresströmungen messen zu können. Ob beim Fund 98 Jahre später der versprochene Finderlohn von der Behörde bezahlt wurde, ist nicht überliefert. Nicht minder aufregend muss die Reise einer im nordrhein-westfälischen Hennef in den Fluss Sieg geworfenen Flaschenpost sein: Hier meldete sich ein Finder aus der amerikanischen Küstenstadt Falmouth. Wie sie den Sprung aus dem Fluss bis nach Amerika schaffte, ist ebenso unbekannt wie kurios. Vom Guinness Buch der Rekorde ist diese Reise als die unmöglichste einer Flaschenpost aufgenommen worden.

Warum probiert ihr es nicht einfach mal aus und werft eine Flasche mitsamt Brief beim nächsten Urlaub ins Meer? Vielleicht meldet sich ja ein Finder – so sind schon wahre Freundschaften entstanden… Eine BeSeaside-Flaschenpost ist jedenfalls seit gestern unterwegs…. Wir informieren Euch in 196 Jahren wo sie anlandete..

Ein gelassene Woche mit vielen BeSeaside-Momenten wünschen Euch

Jan & BeSeaside

Eine Idee zu “Kommt sie oder kommt sie nicht? – Flaschenpost for you!

  1. James sagt:

    Hallo,
    es gibt sogar eine Flaschenpost, die mit 107 Jahren noch länger unterwegs war als die aus der Kieler Bucht!
    https://flaschenposten.wordpress.com/2013/10/08/noch-ungeoffnet-die-107-jahre-alte-flaschenpost-von-vancouver-island/

    Aber darauf kommt es gar nicht so sehr an. Eigentlich ist jede richtige Flaschenpost faszinierend. Zumindest, wenn man sie selbst findet. Oder eine auf die Reise schickt. Wer dazu Inspirationen sucht – oder wem in den kommenden 196 Jahren des Wartens langweilig wird -, der darf herzlich gerne in meinem Blog stöbern!

    Frohes Treiben(-lassen), James

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