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conrad trifft: JOI-Design zum design-talk

Von: Conrad Bauer-Schlichtegroll

Über „gutes Design“, Lieblingsfarben und eine Hütte am Strand:

conrad trifft: JOI-Design

Ein Gespräch mit den Firmengründern und Partnern von JOI-Design, Corinna Kretschmar-Joehnk und Peter Joehnk. Wir treffen uns in ihrem Büro, der „Villa“, und erleben zwei Menschen, die mit Fachwissen, Energie und viel Spaß ihr großes Team in Hamburg führen, und seit 1984 Design-orientierte Konzepte für die internationale Hotellerie entwickeln.

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Das Büro in Hamburg

PJ (Peter Joehnk): Gutes Design muss passen, es muss dem Zweck entsprechen, also auf eine Zielgruppe zugeschnitten sein. Und die Zielgruppe unserer Auftraggeber aus der Hotel- und Restaurantbranche, ist natürlich der Gast. Es ist also eine Gratwanderung. Zudem ändert sich Design. Zum Glück aber nicht so schnell wie in der Mode. Früher wäre ein weißer Teppich undenkbar gewesen, heute schlagen wir es durchaus auch mal vor.

Was ist „gutes Design“
für Euch?

Könnt ihr „alles“,
oder gibt es auch Grenzen?

Grundsätzlich sind unsere Entwürfe jedoch „bewusst gradlinig zeitgemäß“. Das soll nicht heißen, dass wir keine „Schnörkel“ können, wir müssen dann aber anders rangehen. Wir müssen nicht unseren Geschmack durchsetzen. Es kam auch schon mal vor, dass wir uns von Kunden getrennt haben, denn wenn man an einem bestimmten Punkt merkt, es geht nicht weiter, ist der klare Schnitt oft besser.

Dabei geht es auch um die Motivation unseres Teams, das ist uns sehr wichtig. Aber man muss es sich natürlich auch leisten können.

CKJ (Corinna Kretschmar-Joehnk): 20 Entwürfe werden nicht unbedingt besser, wenn man eigentlich mit dem ersten Entwurf schon den Wettbewerb gewonnen hatte.

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Das Hotel “Reichshof” in Hamburg

Eine Ikone mit über 100-jähriger Geschichte –
weiterentwickelt und neu gestaltet unter vielen Denkmalschutz-Auflagen.

Neue Konzepte, neue Ideen:

Wie informiert ihr Euch,
wie & wo inspiriert ihr Euch?

CKJ: Ich „sauge“ täglich alles auf, ob im Supermarkt oder auf Reisen. Natürlich nutzen wir auch die digitalen Möglichkeiten, aber mit Respekt, denn es kommt immer das gleiche raus, wenn sich alle in den gleichen Kanälen informieren – auch unsere Auftraggeber. Also versuchen wir bewusst, andere Wege zu gehen.

PJ: Wir versuchen immer, ein Thema im Kopf zu entwickeln, und was wir daraus machen, ist dann der zweite Schritt.

CKJ: Das Thema Nachhaltigkeit ist sehr wichtig geworden, wir merken, dass das Bewusstsein steigt. Ein Zeichen dieser Entwicklung ist z.B. auch der Kongress „Future-Hospitality-Days“, der hier in Hamburg ausgerichtet wurde.

Und natürlich hat das Thema Auswirkungen auf das Design, die Materialauswahl. Es geht um Recycling und Upcycling. Thema Upcycling: Im Hamburger Hotel Reichshof fanden wir alte Kronleuchter im Keller, ließen sie aufarbeiten und bestückten sie mit neuen farbigen Glaselementen. Heute sind die Leuchter wieder ein Hingucker in der Hotelhalle.

Im Food-Bereich ist   vegan sehr angesagt.

Gibt es ein „Umweltverhalten“ in der Innenarchitektur?

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Ein Treffen, das Spaß machte:

Lebhafte Diskussion
mit klarer Rollenverteilung.

Was wäre mal ein „Traum-Auftrag“?

PJ: Ich hätte immer gerne etwas Großes gebaut, einen Flughafen oder so. Städtebau war eigentlich mein Ziel, aber mein Architekturstudium nach dem Studium der Innenarchitektur habe ich leider nicht beendet.

CKJ: Mein Highlight wäre wirklich ein liebevolles Boutiquehotel, vielleicht so mit zwölf Zimmern. Ich würde mich da sehr in die Gestaltung einbringen. Natürlich haben wir schon kleinere Projekte gemacht wie z.B. LH-Lounges oder kleine Restaurants.

PJ: Aber bei derzeit 40 Projekten gleichzeitig müssen wir natürlich auch noch ganz andere Dinge im Kopf haben. Wobei 40 vielleicht nach viel klingt, aber es ist nicht so, denn es gibt auch Leerlauf und Wartezeiten bei Aufträgen.

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“jung, frech und inspirierend!”

Neubau können sie auch
bei JOI-Design:
Das ‘MOXY Hamburg City’

CKJ: Natürlich sind Peter und ich ein Team (lacht), wir sind verheiratet und arbeiten zusammen. Herz oder Kopf kann ich schwer sagen, ich bin sicherlich genauer, Peter dagegen großzügiger. Und das Team? Jeder hat seinen Bereich, wir und unsere drei Partner sind eigentlich nur Filter.

PJ: Jeden Montag haben wir ein Meeting hier in unserem Konferenzbereich, da werden alle Projekte und Probleme angesprochen. Und das ist natürlich auch teambildend.

CKJ: Teambildend ist natürlich auch unsere Villa, da haben wir schon großes Glück. Im Sommer kann man mal Pause im Garten machen oder auch draußen eine Besprechung führen, im Garten wächst Gemüse und als guter Hobbykoch kocht Peter hier auch mal für alle Leute.

Ihr arbeitet als Team.
Wer ist „Herz“,
wer ist „Kopf“?

Und: was bedeutet euch die Villa,
dieses wunderschöne Bürogebäude?

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Luxus, aber lässig:

FRASER SUITES HAMBURG

Gibt es eine Lieblingsfarbe?

PJ: Ganz klar Blau, zudem mag ich Holz- und Steintöne sowie Weiß.

CKJ: Bei mir sind es eher neutrale Töne wie Greige oder Taupe, also beruhigende Farben. Dazu kommt da aber gerne ein Kontrastton, der einen Akzent setzt.

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Die Frage nach der Lieblingsfarbe . . .

war dann doch gar nicht so einfach & schnell zu beantworten . . .

CKJ: Ich bräuchte in der Hütte Platz für meine Yogamatte, also einen freien Boden. Als Möbel würde ich bequeme Korbmöbel aussuchen, gerne unterschiedliches Design. Dazu bunte Stoffe natürlich.

PJ: Das Design, die Einrichtung einer Strandhütte sollte einen „runterfahren“, also Entspannung signalisieren.

CKJ: Ja, barfuß sein, leger gekleidet, so möchte man sich da aufhalten und die Einrichtung sollte dem entsprechen.

Eine Hütte am Strand:

Welches Möbel müsste unbedingt mit
oder müsste da unbedingt drin sein?

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Aus der ehemaligen OBERFINANZDIREKTION . . .

wurde ein stilvolles Luxushotel: ‘FRASER SUITES HAMBURG’ (am Rödingsmarkt)

Und zum Schluß:

Ein Tag in Hamburg!

Was würdet Ihr Freunden empfehlen?

PJ: Ich finde, man sollte mit den Freunden unbedingt in der Wohnhalle vom Hotel Vier Jahreszeiten etwas trinken, für mich ist das hanseatische Lebensart pur.

CKJ: Und ich hätte das Kontrastprogramm, und würde mit den Freunden an den Elbstrand zur Strandperle gehen. Dort trifft man auf die unterschiedlichsten Leute der Stadt, und erlebt die hamburgische Verbindung von Strand und Großstadt.

Spassformel Erfolgsformel

So einfach geht Spaß!

So sieht sie aus, die (geheime) Erfolgsformel von JOI-Design.

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Wir sagen herzlichen Dank für das sehr kurzweilige Treffen
und die spannenden Einblicke in Eure Arbeit
und das “Erlebnis” Hospitality-Design!

WEITERE INFORMATIONEN & HINTERGRUND:

/ Autor & Interview: Conrad Bauer-Schlichtegroll / Hamburg, März 2022
/ Fotos: JOI-Design (copyright), Conrad Bauer-Schlichtegroll, Christof Kroczek/beSeaside

JOI-Design

JOI-Design Innenarchitekten
A D joehnk + partner mbB

Partner: Corinna Kretschmar-Joehnk, Sabrina Voecks, Heinrich Böhm, Peter Joehnk, Thomas Scholz

Bebelallee 141, D-22297 Hamburg
Telefon: +49 40 68 94 21-0
e: info@joi-design.com
www.joi-design.com
Unternehmensprofil: download (pdf)

JD Marke

JOI-Design gilt als international gefragter Experte für Hospitality Design.
Das Innenarchitekturbüro arbeitet dabei sowohl mit privat geführten, feinen und

kleinen Boutique-Hotels als auch mit jungen Szene-Hotels und
luxuriösen Hotelketten. Die Entwicklung von Möbeln, Leuchten
oder Armaturen rundet das Portfolio ab.

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Über den Autor:

Conrad Bauer-Schlichtegroll, oder: Vom Möbel bis zum Möbel.

“Denn nach dem Abitur machte ich zunächst eine Tischlerlehre als Vorbereitung für das Innenarchitekturstudium. Es folgten spannende Jahre der Tätigkeit im Objekt- und Privatbereich, in Hamburg, Hannover und New York.

Zurück in Deutschland wurde ich durch Zufall freier Mitarbeiter beim Hamburger Abendblatt, ein paar Jahre später dann Redakteur der Zeitung und auch der Berliner Morgenpost.

Meine Themen in beiden Zeitungen?
Immobilien, Wohnen, Einrichtung, Möbel.”

Mit “conrad trifft: … ”  widmen wir uns dem Design und seiner Rolle für unseren Alltag und unser Leben; dazu interviewt der Journalist Conrad Bauer-Schlichtegroll interessante Gestalter & Macher der (Hamburger) Design-Branche.

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